Mathematik zum Anfassen: Der Fußball (14)

Mathematik zum Anfassen – Folge 14: Der Fußball

So macht Rechnen Spaß! Prof. Albrecht Beutelspacher erklärt auf BR Alpha in 16 Folgen das ‚Wunder der Mathematik‘.

Albrecht Beutelspacher (* 5. Juni 1950 in Tübingen) ist seit 1988 Professor für Mathematik an der Universität Gießen, wo er am Mathematischen Institut über Geometrie und Diskrete Mathematik forscht. Gleichzeitig ist er Direktor des Mathematikums in Gießen.

Mathematik ist spannend, Mathematik ist faszinierend, aber viele Menschen haben eine Hemmschwelle, sich mit der wahrscheinlich ältesten aller Wissenschaften zu beschäftigen.

Diese Hemmschwellen abzubauen, ist das Ziel der Sendereihe „Mathematik zum Anfassen“.

Wie kann man Informationen austauschen, ohne dass sie jemand anderes zur Kenntnis bekommt? Wie konnte Eratosthenes den Erdumfang schon vor über 2200 Jahren berechnen? Wie oft müsste man ein DIN A4 Papier falten, dass es bis zum Mond reicht? Das sind Fragen, die in der 16-teiligen Fernsehreihe „Mathematik zum Anfassen“ auf dem deutschen Wissenschaftssender BR Alpha behandelt werden.

Mathematik zum Anfassen – Der Fußball (14)

Ist der Fußball rund? Keineswegs! Er ist aus Sechs- und Fünfecken zusammengesetzt. Prof. Albrecht Beutelspacher erklärt die faszinierende Mathematik des Fußballs.

Was ist der Fußball? Geschichte einer Weltsportart

In China spielte man bereits in vorchristlicher Zeit mit Lederbällen, die mit Federn und Tierhaaren gefüllt waren. Die ersten Fußbälle bestanden aus verschiedenen Materialien wie auch Stoffresten und wurden von Netzen zusammengehalten. Zwischen den Jahren 220 und 680 erfand man dort den luftgefüllten Ball.

In den 1930er Jahren erfanden die Argentinier dann die Blase mit Ventil. Der Nachteil des unbehandelten Leders war, dass es sich bei Regen mit Wasser vollsog und so schwerer wurde. Erst durch Imprägnierung gelang es, diesen Effekt zu mindern. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz kam ein Spielball aus lohgegerbtem (lohgegerbtes oder auch altgegerbtes Leder ist die Bezeichnung für rohgares, vorwiegend mit Eichen- und Fichtenrinde in der Grube gegerbtem Leder), statt gefettetem Rindsleder mit 1,8 Millimeter Dicke zum Einsatz, der einen Durchmesser von 21,5 Zentimeter besaß.

Bis zum Ende der 1960er Jahre bestand der Fußball aus vernähten Lederstreifen (meist sechs Gruppen von zwei oder drei nebeneinander liegenden Streifen) und war mit einer Schweinsblase gefüllt. Diese wurde ursprünglich am oberen Ende zusammen geknotet, so dass die Luft nicht entweichen konnte.

Bei der Fußballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko wurde dann ein Ball mit Fünf- und Sechsecken eingeführt. Der Telstar Durlast war der erste offizielle Ball einer Fußball-WM, bei den vorherigen Weltmeisterschaften entschied immer der Gastgeber über das Spielgerät. Der aus zwölf Fünfecken und 20 Sechsecken bestehende Fußball entwickelte sich weltweit zu einem Quasi-Standard. Aus geometrischer Sicht ist ein solcher Fußball ein Ikosaederstumpf, also ein vollkommen symmetrisches Ikosaeder, dessen zwölf Ecken zu Fünfecken geebnet wurden.

Bei der Fußballweltmeisterschaft 1986 wurde erstmals ein Fußball eingesetzt, der vollsynthetisch war und gegen Nässe damit weitestgehend unempfindlich ist. Heute werden hochwertige Bälle nicht mehr genäht, sondern verklebt, um den Einfluss der Nässe zu verhindern.

Quelle: Der Fußball ist das Spielgerät der gleichnamigen Mannschaftssportart Fußball

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