Geschichte der EM-Bälle seit dem Jahre 1972 – Bildergalerie

Offizielle EM Bälle seit 1972 – Vom Ball zum Hightech-Gerät

EM-Bälle von 1972 bis 2012

Die Fußball-Europameisterschaft zählt neben der Fußball-WM zu den wichtigsten Sportereignissen weltweit. Diese wird genauso wie die WM alle 4 Jahre ausgetragen – während des Turnieres wird dann das beste Team Europas ermittelt. Der Veranstalter ist als kontinentaler Verband bisher immer die UEFA gewesen.

Seit dem Jahre 1972 gibt es während der EM immer einen offiziellen EM-Ball, welcher auch gerne als „rundes Leder“ bezeichnet wird. Dieser wurde bisher immer vom weltberühmten Sportartikel-Hersteller ADIDAS hergestellt.

An dieser Stelle und nur wenige Tage vor dem Start der EM in Polen und der Ukraine möchte ich Ihnen alle EM Bälle seit 1972 etwas genauer vorstellen und dabei auch einen kleinen Bericht über den jeweiligen Turnierverlauf anschließen.

Hier sehen Sie einer Bildergalerie aller EM-Bälle von 1972 bis 2012. Viel Spaß!

Telstar Durlast – Belgien 1972

EM 1972 - Telstar Durlast

1972 fand die Fußballballeuropameisterschaft in Belgien statt. Gespielt wurde noch im traditionellen Modus mit Halbfinale und Finale im Gastgeberland. Der offizielle EM Ball trug den Namen Telstar Durlast und war faktisch identisch mit dem Ball, der bei der Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko eingesetzt wurde.

Der Telstar war zu seiner Zeit eine echte Innovation. Zum ersten Mal bestand der Ball nämlich nicht aus 18 Lederstreifen, sondern wurde aus Sechs- und Fünfecken gefertigt. Das markante Design prägte wie kaum ein anderer Ball das Aussehen des Fußballs.

Bei der EM in Belgien verhalf er den Deutschen zum 3:1-Finalsieg gegen die Sowjetunion. Günter Netzer und Franz Beckenbauer waren die Topstars.

Telstar Durlast – Jugoslawien 1976

EM 1976  - Telstar Durlast

Auch bei der EM 1976 in Jugoslawien setzte mal auf bewährte Mittel und spielte wiederum mit dem Ball Telstar Durlast.

Und erneut kam die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft bis ins Finale, musste sich dort aber der damaligen Tschechoslowakei nach einem 2:2 nach Verlängerung mit 5:3 im Elfmeterschießen geschlagen geben. Zum ersten Mal in der Geschichte der großen Fußballturniere kam es zu einer Entscheidung durch Elfmeterschießen.

Die Tschechoslowaken begannen: Masný, Nehoda, Ondruš und Jurkemik trafen. Für die Deutschen trafen Rainer Bonhof, Heinz Flohe und Hans Bongartz, während Uli Hoeneß beim Stande von 3:4 verschoss.

Jetzt musste nur noch Antonín Panenka, der gewitzte Mittelfeldtechniker, verwandeln und die Tschechoslowaken waren Europameister. Panenka lockte Sepp Maier in eine Ecke und lupfte den Ball in die Tormitte. Somit hatte die Tschechoslowakei Weltmeister Deutschland im Endspiel um die Europameisterschaft 1976 besiegt.

Tango Italia – Italien 1980

EM 1980 - Tango Rosario

1980 begrüßte die Fußballnation Italien erstmals acht Teilnehmer der EM Endrunde. Gespielt wurde in zwei Gruppen. Die Gruppensieger Deutschland und Belgien spielten das Finale und die Zweitplatzierten Italien und die Tschechoslowakei das Spiel um Platz 3 aus. Auch bei dem offiziellen EM Ball gab es eine entscheidende Neuerung.

Die Bundesrepublik Deutschland gewann das Turnier nach einem 2:1-Sieg über Belgien im Finale von Rom und wurde damit zum zweiten Mal nach 1972 Fußball-Europameister. Den dritten Platz belegte die Mannschaft der Tschechoslowakei.

Nachdem bei den vergangenen Meisterschaften der Telstar zum Einsatz kam, spielte man bei der Europameisterschaft in Italien erstmals mit dem Tango Italia. Dieser war vor allem durch ein neues innovatives Design gekennzeichnet.

Zwar bestanden die Bälle weiterhin aus zusammengefügten Sechs- und Fünfecken, allerdings wurden auf den Ball 20 gleichgroße schwarze Triaden gedruckt. Diese vermittelten den Eindruck, dass der Ball aus zwölf Kreisen bestehen würde. Das Design wurde bis zur EM 1996 bzw. WM 1998 in Frankreich beibehalten.

Tango Mundial – Frankreich 1984

Der offizielle EM Ball trug den Namen Tango Mundial und stammte wie alle EM Bälle seit 1972 aus dem Hause Adidas. Generell gab es hierbei kaum erwähnenswerte Neuerungen. Vielmehr setzte man auf die positiven Erfahrungen der vergangenen EM bzw. WM.

Frankreich hatte 1984 die besten acht europäischen Mannschaften zu Gast. Der Modus wurde bei dieser EM abermals modifiziert, so dass es wieder ein Halbfinale und ein Finale gab. Für Titelverteidiger Deutschland war die WM bereits in der Gruppenphase beendet. Das Team wurde lediglich Dritter in seiner Gruppe und musste vorzeitig nach Hause fahren.

Im Finale traten Gastgeber Frankreich und Spanien gegeneinander an. Frankreich konnte sich hierbei in Paris mit 2:0 durchsetzen und wurde zum ersten Mal in seiner Geschichte Europameister.

Tango Europa – Deutschland 1988

EM 1988 - Tango Europa

Der offizielle Ball zur EM war der Tango Europa. Er unterschied sich eigentlich nur im Namen von seinen Vorgängern.

1988 war ganz Deutschland im Fußballfieber. Schließlich fand in diesem Jahr zum ersten Mal die Europameisterschaft in Deutschland statt. Während des 14-tägigen Turniers traten acht Teams gegeneinander an und ermittelten den neuen Europameister.

Deutschland erreichte zwar im eigenen Land das Halbfinale, musste sich aber dort dem späteren Europameister Niederlande geschlagen geben. Das Team aus dem Nachbarland besiegte im Finale die damals noch bestehende UdSSR mit 2:0.

Etrusco Unico – Schweden 1992

EM 1992 - Etrusco Unico

Das skandinavische Land Schweden war 1992 Gastgeber der Europameisterschaft. Im Gegensatz zu den vergangenen Meisterschaften wurde hierbei zum ersten Mal wieder ein anderer Ball eingesetzt, der den Namen Etrusco Unico trug.

Nicht nur der Name war neu, sondern auch das Innenleben. Dieses bestand nämlich aus einer schwarzen Polyurethan-Schaum-Schicht. Rein optisch gesehen unterschied sich der Ball dadurch, dass auf den 20 schwarzen Triaden jeweils drei etruskische Löwenköpfe zu sehen waren.

Während der EM kam es schon in der Gruppenphase zum Klassiker Deutschland-Holland. Das Spiel endete 3:1 für die Holländer. Die EM war zum ersten Mal auch politisch beeinflusst worden. So durfte aufgrund des Krieges auf dem Balkan die Mannschaft Jugoslawiens nicht an dem Turnier teilnehmen, obwohl sich das Team im Vorfeld für die EM qualifiziert hatte.

Für die Jugoslawen rückte Dänemark nach. Die Mannschaft nutzte diese Chance und holte sich sogar den EM Titel. Das Team gewann das Finale gegen Deutschland mit 2:0.

Questra Europa – England 1996

EM 1996 - Questra Europa

Wie bei vielen anderen Europameisterschaften zuvor spielte man bei der EM mit dem Ball, der zwei Jahre zuvor bei der WM eingesetzt wurde. Nur der Name wurde hierbei modifiziert. Der Name Questra stand hierbei für „Quest for the stars“. Auf den 20 schwarzen Triaden waren hierbei Sterne und Planeten zu sehen.

Genau 30 Jahre nach der WM war der Fußball wieder zu Gast in England. Erstmals traten bei der EM in England 16 Teams gegeneinander an. Diese wurden in der Vorrunde in vier Gruppen aufgeteilt. Besonders spannend und dramatisch war sicherlich das Halbfinale England – Deutschland, welches erst im Elfmeterschießen entschieden wurde.

Im Finale besiegte das DFB Team dank zweier Tore von Oliver Bierhoff die tschechische Mannschaft mit 2:1. Dabei erzielte Oliver Bierhoff in der Verlängerung gegen die Tschechen im Londoner Wembley-Stadion das erste Golden Goal der Fußball-Geschichte.

Terrestra Silverstream – Belgien und Niederlande 2000

EM 2000 - Terrestra Silverstream

Der offizielle EM-Ball unterschied sich äußerlich durch das auffällige Muster auf den 20 Triaden. Das Muster symbolisierte nämlich die zahlreichen Flüsse, die durch beide Länder fließen. Auch der Name Terrestra Silverstream deutete auf diese Eigenschaft hin. Der Ball war einer der letzten seiner Art, bei dem die einzelnen Sechs- und Fünfecke noch zusammengenäht wurden.

Zum ersten Mal fand im Jahre 2000 eine Europameisterschaft gleich in zwei Ländern statt. Belgien und die Niederlande waren daher Gastgeber für die besten 16 Teams in Europa.

Im Finale traten Frankreich und Italien gegeneinander an. Frankreich gewann mit 2:1 nach Verlängerung und wurde zum zweiten Mal Europameister. Zahlreiche weltbekannte Fußballspieler waren in dieser Mannschaft. Dazu gehörten unter anderem Zinédine Zidane, Fabien Barthez oder Thierry Henry.

Roteiro – Portugal 2004

EM 2004 - Roteiro

Der offizielle EM Ball hieß Roteiro. Der Name war eine ganz besondere Hommage an den weltbekannten portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama. Dessen Logbuch trug nämlich ebenfalls den Namen Roteiro.

Rein optisch gesehen war dieser Ball ein echtes Highlight. Er wies nämlich nicht mehr das klassische schwarz-weiß-Muster auf, sondern besaß eine leicht metallische Grundfarbe. Darüber hinaus verfügte der Ball über vier blaue Streifen, die an beiden Enden spitz zusammenliefen.

Eine weitere Neuerung gab es bei der Zusammenfügung der einzelnen Panels. Diese wurden nämlich erstmals nicht zusammengenäht, sondern mit einem thermischen Verfahren zusammengeklebt.

Griechenland sorgte bei dieser EM in Portugal für eine faustdicke Überraschung. Das Team mit seinem deutschen Nationaltrainer Otto Rehagel besiegte im Finale Gastgeber Portugal mit 1:0.

Europass – Österreich und Schweiz 2008

EM 2008 - Europass

Der offizielle WM-Ball trug den Namen Europass. Dieser war im Gegensatz zu seinen Vorgängern fundamental neu. Rein optisch gesehen hatte man bei diesem EM Ball zwei verschiedene Elemente vergangener Bälle zusammengeführt.

So besaß dieser ebenfalls 14 Panels, sechs in Form eines Propellers und acht die Form eines dreigliedrigen Rotors, die mit einem thermischen Verfahren zusammengefügt wurden. Die beiden Enden der sechs Propeller wurden aber jeweils mit einem schwarzen Kreis (insgesamt zwölf Kreise) versehen.

Mit Österreich und der Schweiz trugen 2008 abermals gleich zwei Länder die Europameisterschaft aus. Die Nationalmannschaft Spanien gewann das Turnier nach einem 1:0-Sieg über Deutschland im Finale von Wien und wurde damit zum zweiten Mal nach 1964 Fußball-Europameister. Mit dem Mittelfeldspieler Xavi und dem Angreifer David Villa, der während des Turniers vier Tore erzielte, stellte Spanien zudem den besten Spieler und den Torschützenkönig der EURO 2008.

Tango 12 – Polen und Ukraine 2012

EM 2012 - Tango

Im Jahre 2012 findet die Fußballeuropameisterschaft abermals in zwei Ländern statt. Polen und die Ukraine werden im Sommer 2012 die besten 16 Teams Europa begrüßen. Am 2. Dezember 2011 fand in Kiew (Ukraine) die Gruppenauslosung zur EM Endrunde statt.

Dabei wurde auch der offizielle EM-Ball vorgestellt, der auf den Namen Tango 12 hört. Fußballfans werden bei diesem Namen sofort hellhörig. Schließlich gab es schon in der Vergangenheit zahlreiche WM und EM Bälle, die diesen Namen trugen.

Quellen:
EM-Bälle seit 1972
Fußball-Europameisterschaft – Wikipedia

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